Creatin: Alles, was man wissen sollte
Creatin ist eines der wichtigsten Supplements im Arsenal eines jeden (naturalen) ambitionierten Kraftsportlers und Bodybuilders. Jeder, der es ernst meint, mit dem Erreichen seiner sportlichen Ziele wird früher oder später etwas von dem Supplement „Creatin“ zu hören bekommen. Es hat sich schon über mehrere Jahre hinweg auf dem hart umkämpften Supplementmarkt halten können. Der Grund für das Behaupten am Markt ist nicht zuletzt die ungemeine Effektivität, die eine richtige Creatin-Supplementierung entfalten kann. Das voll und ganz legale Creatin verkörpert die Grenze zu den illegalen leistungssteigernden Mitteln. Creatin ist also das effektivste Supplement, welches sich ein naturaler und gesetzestreuer Athlet zur Leistungssteigerung anschaffen kann.
Was ist Creatin?
Creatin ist ganz einfach gesagt eine organische Säure, die in den Nieren, Leber und Bauchspeicheldrüse aus Glycin, Arginin und Methionin produziert wird. Creatin trägt zur Versorgung der Muskeln mit Energie bei. Der Franzose Eugène Chevreul hat 1834 Creatin als Bestandteil der Fleischbrühe entdeckt. Der große Chemiker und nebenbei noch Begründer der Organischen Chemie, der Agrikulturchemie und der Ernährungsphysiologie, Justus von Liebig, wies Creatin 1847 als Komponente im Fleisch verschiedener Säugetierarten nach. Creatin ist also kein anaboles Steroid oder irgendwas unnatürliches für den Körper (nebenbei: gar Steroide sind nichts unnatürliches. Es ist nur die exzessive Zufuhr, die den Sport in Verruf gebracht hat). Creatin kommt ganz natürlich im Körper vor. Ungefähr 40% ist in Form vom freien Creatin und 60% in Form von Creatin-Phosphat im Körper zu finden. Für den menschlichen Körper hat Creatin eine hohe Bedeutung, vergleichbar mit etwa Proteinen, Fetten, Vitamine und Mineralien.
Wie funktioniert Creatin?
Damit der Muskel Arbeit verrichten kann, muss ATP (Adenosintriphosphat) zu ADP (Adenosindiphosphat) gespalten werden. Bei dieser Reaktion wird von dem ATP-Molekül eine Phosphat-Gruppe abgespalten und dabei Energie freigesetzt. Diese Energie steht dem Muskel zur Verfügung. Die Menge an ATP im Muskel ist jedoch begrenzt und kann bei hohen Anstrengungen wie bei dem Krafttraining nur 10-15 Sekunden Energie liefern. Danach muss sich der Muskel auf Creatin verlassen, welches die Speicher wieder füllt. Wenn der Körper ruht, (z.B. während des Schlafens) überträgt das Enzym Creatin-Kinase eine Phosphat-Gruppe des ATPs auf das Creatinmolekül wobei Creatin-Phosphat und ADP entsteht. Diese Reaktion ist reversibel (d.h. umkehrbar). Bei körperlicher Anstrengung tritt die Rückreaktion ein, in der das Enzym Creatin-Kinase aus Creatin-Phosphat und ADP wieder ATP (und Creatin) regeneriert. Durch die Supplementation von Creatin kann damit zusätzliche Energie (zusätzliches ATP) geliefert werden.

Die Theorie hinter der Creatin-Supplementation hört sich gut an, in der Praxis ergibt sich jedoch das Problem, dass sowohl Creatin als auch Creatin-Phosphat zu Creatinin zerfallen kann.

Creatinin gelangt im Gegansatz zu Creatin und Creatin-Phosphat viel leichter aus der Muskelmembran. Die Folge ist ein Verlust des ursprünglich supplementierten Creatins. Um dem entgegenzuwirken muss eine größere Menge Creatin eingenommen werden nach dem Motto, “viel hilft viel”.
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